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Junge Union feierte 10 Jahre Deutsche Einheit

Weißwurstfrühschoppen mit der ehemaligen Bundesministerin Claudia Nolte und dem Landtagsabgeordneten Dietrich Birk in Göppingen

Göppingen, 03.10.2000. Wie bereits in den vergangenen Jahren, hat die Junge Union (JU) Kreisverband Göppingen auch zum 10jährigen Jubiläum der Deutschen Einheit einen Weißwurstfrühschoppen mit Gästen aus Ost und West im JU-Raum in Göppingen abgehalten. In diesem Jahr wurden die ehemalige Bundesministerin und (heutige) Bundestagsabgeordnete Claudia Nolte und der frühere JU-Landesvorsitzende Dirk Notheis, der allerdings kurzfristig absagte, als Referenten eingeladen. Für Notheis ist der Göppinger Landtagsabgeordnete Dietrich Birk als Ersatz eingesprungen. Der JU-Kreisvorsitzende Andreas Seehofer bezeichnete den Tag der Deutschen Einheit als "Tag der Freude" für alle Deutschen. "18 Millionen Menschen haben sich 1989 und 1990 die Freiheit erkämpft." Deshalb müssen wir den Menschen in der ehemaligen DDR und den Politikern, die damals Verantwortung getragen haben, danken. Die Deutsche Einheit dürfe nicht nur materiell betrachtet werden, sondern unter dem Aspekt der Freiheit und des Friedens in Europa, so Seehofer.

Die ehemalige Bundesministerin Claudia Nolte MdB schilderte in ihren Worten ihre Lebensgeschichte vor und nach der Einheit, ging ausführlich auf die Jahre 1989/1990 ein und sprach die heutige Situation zwischen Ost und West an. Bezogen auf den Staatsakt in Dresden merkte sie an, was sie davon hält, dass der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl nicht als Redner eingeladen ist. "Die Rede, die nach Dresden gehört, wird dort nicht gehalten", so Nolte. "Wie kleinkariert verhalten wir uns, wenn der Politiker, der die Einheit bewerkstelligt hat, beim Staatsakt nicht zu Wort kommt." Trotz aller Probleme und Befindlichkeiten der Menschen kenne sie niemand, der in die DDR zurück möchte. Die DDR sei 1990 bankrott gewesen, spätestens in zwei Jahren hätte der Offenbarungseid geleistet werden müssen, so Nolte. Deshalb sei die rasche Annäherung und der Zusammenschluss der beiden deutschen Staaten richtig gewesen. Noch zahlreiche Jahre müssten Aufbauleistungen gezahlt und Infrastrukturen in den neuen Bundesländern geschaffen werden.

Der Göppinger Landtagsabgeordnete Dietrich Birk erinnerte daran, dass die JU im Kreis Göppingen schon seit vielen Jahren den Tag der Deutschen Einheit begehe. Vor 1990 hätte die JU jeweils am 17. Juni auf das Ziel der Einheit aufmerksam gemacht, indem mitten in Göppingen eine Steinmauer errichtet wurde, um auf die Unfreiheit der Menschen in der DDR, auf die politischen Häftlinge in den Gefängnissen und auf die zunehmende Entfremdung zwischen Ost und West hinzuweisen. "Bei vielen Menschen seien diese Aspekte oftmals in Vergessenheit geraten", so Birk. Er warnte davor, die Einheit klein und kaputt zu reden, und davor, Geschichtsklitterung zu betreiben. Die Einheit sei maßgeblich von der CDU geprägt worden, die SPD hingegen habe die Einheit nie richtig gewollt, so Birk.

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