Presse

Jahreshauptversammlung der JU steht mit Veränderungen an

Andreas Seehofer tritt nicht wieder für das Amt des Kreisvorsitzenden an - Halbjahr für Halbjahr dicht gefülltes Programm angeboten: inhaltliche Arbeit und Kreispolitik stand im Vordergrund

Kreis Göppingen, 05.04.2001. Bei der Jahreshauptversammlung der Jungen Union (JU) Kreisverband Göppingen sind am kommenden Samstag die Weichen auf Veränderung gestellt. Der bisherige Kreisvorsitzende Andreas Seehofer aus Eislingen, der seit fünf Jahren an der Spitze des JU-Kreisverbandes steht, tritt nicht wieder für dieses Amt an. Mit dem Abschied Seehofers geht gleichzeitig eine Ära zu Ende. Seit 1989 gehört der 30jährige Andreas Seehofer dem Kreisvorstand der Jungen Union an. Zuerst ein Jahr als Beisitzer, anschließend sechs Jahre als stellvertretender Kreisvorsitzender. Bislang einziger Kandidat für die Nachfolge Seehofers ist der 27jährige JU-Pressereferent Roland Wahl aus Donzdorf.

Seit April 1996 steht Seehofer der etwa 250 Mitglieder starken CDU-Nachwuchsorganisation vor. In dieser Zeit habe er Höhen und Tiefen miterlebt. "Es war eine abwechslungsreiche Zeit", so Seehofer. Bei der Bundestagswahl habe die CDU mit Helmut Kohl eine schwere Niederlage einstecken müssen. "Wir haben uns aber dennoch gefreut, als klar war, dass Klaus Riegert wieder in den Bundestag einzieht", so Seehofer. Bei den Kommunalwahlen ging die CDU als Sieger hervor. Auf dieses Ergebnis sei Seehofer heute noch stolz, auch wenn es für ihn persönlich nicht reichte. Insgesamt zehn Mandate in den Gemeinderäten und zwei Mandate in der Regionalversammlung gingen an Vertreter der JU im Kreis Göppingen. Nach der anschließenden CDU-Spendenaffäre, welche die gesamte Partei erschüttere, sei es erfreulich, dass die CDU nun wieder Wahlen gewinnen kann, was sie vor zwei Wochen in Baden-Württemberg eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Vor Ort habe Seehofer zusammen mit seinen Mitstreitern in den JU stets versucht, inhaltlich zu wirken und Veränderungen herbeizuführen. Nicht immer sei dies einfach gewesen. "In der Politik braucht man einen langen Atem. Teilweise dauert es Jahre, bis Veränderungen sichtbar werden." Vor allem Angehörige der jungen Generation hätten meist nicht das Durchhaltevermögen, politische Forderungen über Jahre hinweg aufrecht zu erhalten. Dies könne nur eine Jugendorganisation einer Partei leisten, wenn diese entsprechend funktioniere. Aus diesem Grund sei er froh, dass die JU im Kreis Göppingen inzwischen ein Musterbeispiel in der Landes-JU darstelle. Ein dicht gefülltes Programm wird Halbjahr für Halbjahr von den Verantwortlichen auf die Beine gestellt. Traditionsveranstaltungen wie der Weißwurst-Frühschoppen am Tag der Deutschen Einheit mit Referenten aus Ost und West, die Fahrt nach Sonneberg (Thüringen) am Pfingstwochenende oder die alljährlich abgehaltene Klausurtagung in Wiesensteig wechselten sich ab mit einmaligen Höhepunkten, wie der Jazzfrühschoppen auf dem Göppinger Schillerplatz oder die 24-Stunden-Aktion quer durch den Kreis Göppingen, bei der die JU einen ganzen Tag lang rund um die Uhr Betriebe und Einrichtungen besuchte. Zahlreiche Besichtigungen und Fahrten kamen in den letzten Jahren zusammen. Fahrt in den Stuttgarter Landtag, Besuch im Staatsministerium Baden-Württemberg und Fahrt nach Straßburg ins Europäische Parlament. Weiter wurden Besichtigungen landwirtschaftlicher Höfe zusammen mit der Landjugend, ein Rhetorikseminar zusammen mit der Konrad-Adenauer-Stiftung, Besichtigungen im Göppinger Stauferpark und der Besuch des Impuls- und Gründerzentrums sowie zahlreiche themenbezogene öffentliche Veranstaltungen und Sitzungen angeboten.

In seiner Amtszeit habe Andreas Seehofer vor allem versucht, inhaltlich Akzente zu setzen. Aus diesem Grund habe die JU Positionspapiere zu den Themen Drogen, Kommunales, Umwelt, Bildung, Wirtschaft und Energie erarbeitet, zahlreiche Gespräche und Diskussionen mit Referenten im Rahmen von Ausschusssitzungen abgehalten und eine intensive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Daran schließt sich nahtlos der Internetauftritt der Kreis-JU an, der seit nunmehr zwei Jahren Bestand hat und vor gut einem Jahr komplett überarbeitet wurde. Dass die Kreis-JU auch hierbei führend sei, verstehe sich beinahe von selbst: ein bundesweit hervorragender vierter Platz im Webtest der Entscheidung, der Mitgliederzeitschrift des JU-Bundesverbandes, und ein erster Platz bei der Bewertung aller Internetangebote der CDU-Gliederungen -Vereinigungen auf dem CDU-Bezirksparteitag.

Die inhaltliche Arbeit des JU-Kreisverbandes hat sich in der Amtszeit Seehofers vor allem um die Kreispolitik gedreht. Dabei hat sich die JU im Kreis Göppingen regelmäßig für den Weiterbau der Bundesstraße 10, für den Erhalt des Filstaltaktes und für den Neubau der Schienenschnellbahntrasse Wendlingen-Ulm eingesetzt. Beim Kreishaushalt hat die JU Jahr für Jahr Flagge gezeigt und dem Kreistag ihre Meinung zur Kreisumlage aufgezeigt. Bei der Müllpolitik wurde eine mengenabhängigere Gebühr und kleinere Tonnen für den Kreis Göppingen gefordert. Eine Vollintegration des Kreises Göppingen in den Verkehrsverbund Stuttgart lehnt die JU bis zum heutigen Tage aus Kostengründen ab, wohingegen eine Teilintegration mit dem Ziel einer einheitlichen Fahrkarte in der Region vorgenommen werden sollte. Die Arbeit des Verbands Region Stuttgart bewertet die Kreis-JU positiv: die übertragenden Kompetenzen habe der Verband gut ausgefüllt, eine weitere Übertragung von Aufgaben könne diskutiert werden.

Zurück